War er nicht wieder ein voller Erfolg, unser diesjähriger Fahrradtreff?
Zum mittlerweile 27. Mal führte der AC Kinzigtal Erlensee dieses Volksradfahren nun durch. Damals etwas argwöhnisch vom ADAC betrachtet, man sei doch kein Fahrradclub, hat auch der ADAC im Laufe der Zeit immer mehr für die Sicherheit und Belange der Radfahrer getan.
Seit dem 25. Jubiläum hat sich der AC Kinzigtal für die stärksten Gruppen, die mindestens 50 Teilnehmer mobilisieren konnten, etwas besonderes einfallen lassen: Ein Clubmitglied spendete ein 30l Fass Bier für die Teilnehmer.
Nachdem in den vergangenen zwei Jahren MaxMountain ein Fass gewinnen und damit eine Grillfeier ausrichten konnte, war in diesem Jahr der Förderverein der Grundschule Rückingen die einzige Gruppe mit über 50 Teilnehmern.
Welch ein Desaster!
Nachdem der Hanauer Anzeiger den Pressebericht des AC Kinzigtal mit einer eigenen Überschrift "Ein Fass Bier für die Grundschüler" veröffentlichte, kam auch schon der erste Anruf, bei dem sich jemand über dieses unmögliche Verhalten des Automobilclubs aufregte. Schon wird die Sache in der Presse mit "Bierdusche", "Flatratesaufen" und "Trinken bis zur Besinnungslosigkeit" (Pressemitteilung Hanauer Anzeiger vom 10.07.2007 ) in Zusammenhang gebracht.
Überhaupt ist es unverständlich, "dass der ADAC, der doch gegen Alkohol ist" (Zitat der Anruferin) ein Fass Bier spendiert.
Es ist wahr, der ADAC und auch seine Ortsclubs sind gegen Alkohol, dort wo er nicht hingehört: im Straßenverkehr, bei Teilnehmern und Helfern von Sportveranstaltungen und in den Händen von Kindern und Jugendlichen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Verbietet uns das aber, einer Gruppe von Teilnehmern an einem Volksradfahren, für ein Fest ein Fass Bier zu spendieren?
Glauben Sie etwa, Herr Luft (Leiter des staatlichen Schulamtes, siehe HA vom 10.7. und 11.7.), wir geben das Bier den Schülern zu trinken? Man sollte nicht immer die Verdrehungen und Provokationen der Presse für bare Münze nehmen und alles so nehmen, wie es auf dem Papier steht.
Der Förderverein der Grundschule Rückingen besteht aus vielen Eltern und ehrenamtlichen Helfern, die Dinge leisten, für die in Ihrem Amt kein Geld da ist. So renovieren diese Eltern mit eigenen Mitteln Klassenräume und beschaffen zusätzliches Material für den Unterricht.
Das Geld dazu kommt nicht nur aus Spenden. So werden regelmäßig Stände auf dem Weihnachtsmarkt und auch ein Schulfest organisiert. Aus diesen Erlösen wird dann wieder Bildung finanziert.
Für diese ehrenamtlichen Helfer gibt es auch ein Fest, um Danke zu sagen. Wenn man es auch nicht glauben mag, bei solch einem Fest wird auch Bier getrunken! Alles in Maßen. Und die Kinder bekommen Limonade gratis. Gönnen Sie es den Helfern nicht?
Das Fazit dieser gesamten Geschichte ist für mich:
Anscheinend gibt es in Deutschland Leute, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als eine heile, vollkommene Welt herbeizusehnen. Diese Welt wird es aber nie geben. Lasst aber bitte die in Ruhe, die sich an dieser Welt erfreuen und mit Freunden auch einmal zusammen feiern können. Die können nichts für eure Unzufriedenheit.
Bernd Schneider, Sportleiter